Gerechte Wasserversorgung: Aktivistinnen aus Bolivien zu Gast

Warth (5.9.2026) – Kurz vor den Sommerferien beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der ersten Klassen der Fachschule Warth mit einer drängenden globalen Frage: Wer hat Zugang zu sauberem Wasser – und wer nicht? Im Rahmen eines Workshops zum Thema „Gerechte Wasserversorgung in Bolivien“ begrüßte die Schule drei bolivianische Fachleute, die sich in ihren Organisationen für den gerechten Zugang zu Wasser und Energie einsetzen. Ermöglicht wurde die Veranstaltung durch die entwicklungspolitische Organisation Welthaus.
Im Mittelpunkt stand der Rio Pilcomayo, ein Fluss, der in den Anden entspringt und durch unkontrollierte Industrieabwässer aus bolivianischen Bergbaubetrieben zu einem der am stärksten verschmutzten Flüsse weltweit geworden ist. Ungeklärte Abwässer mit hohen Konzentrationen an Schwermetallen und Pestiziden werden großteils direkt in den Fluss geleitet. Für rund 1,5 Millionen Menschen, die in seinem Einzugsgebiet leben, hat das dramatische Folgen: Fischsterben und die Ableitung von Wasser für Bewässerungsanlagen und Kraftwerke bedrohen unmittelbar ihre Lebensgrundlage.
„Die Vortragenden haben eindrücklich geschildert, wie die Gewinnung von Metallen Menschen und Umwelt in der Region belastet”, erklärt Fachlehrerin Gundula Szihn, die den Workshop organisierte. „Es war wichtig, den Schülerinnen und Schülern vor Augen zu führen, dass hinter unseren Rohstoffen oft hohe menschliche und ökologische Kosten stehen.“
Wasser ist ein Menschenrecht – aber noch lange keine Selbstverständlichkeit
Was in Österreich als selbstverständlich gilt, ist für Hunderte Millionen Menschen weltweit unerreichbar: Derzeit haben rund 785 Millionen Menschen keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser – jeder Zehnte auf der Welt ist vollständig ohne Trinkwasserversorgung. Die Vereinten Nationen haben Wasser daher als Menschenrecht anerkannt.
Die bolivianischen Gäste engagieren sich in Basisbewegungen für Klimagerechtigkeit und den Schutz natürlicher Ressourcen – mit dem Ziel, Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit auch für künftige Generationen zu bewahren. Ihr Besuch an der Fachschule Warth hinterließ bei den Schülerinnen und Schülern bleibenden Eindruck – und das Bewusstsein, dass globale Gerechtigkeit auch im eigenen Alltag beginnt.
(Schluss)
Foto Die drei Vortragenden aus Bolivien (Mitte) mit den Schülerinnen und Schülern der ersten Klassen
Foto Copyright: Gundula Szihn

